Rabe

Quoth the Raven „Nevermore”

Jeder hat so seine Lieblingstiere. Vogelliebhaber schwärmen zum Beispiel gern für bunt gefiederte, fröhlich zwitschernde Piepmätze. Es gibt aber auch Menschen, die Raben mögen. 🙂

Der kräftige Vogel mit dem schwarzen Gefieder und dem starken Schnabel ist ein Krächzer. Und daher hat er auch seinen Namen. Die Benennung Rabe ist wie andere Vogelnamen lautnachahmenden Ursprungs.

Auch in anderen Sprachen ist es ähnlich. So heißt der Rabe im Griechischen kórax, von dem Verb krázein ,krächzen, schreien‘, im Lateinischen corvus von crocire ,krächzen‘.

Mich wundert es, dass Raben in der Regel nicht gut wegkommen. Ob Edgar Allan Poes literarisches Werk „The Raven“, Alfred Hitchcocks Horror-Klassiker „The Birds“ oder Van Goghs „Weizenfeld mit Raben“ – der Rabe wird stets mystisch und düster dargestellt. Sprachlich ist ebendies zu beobachten. Negativ konnotierte Wörter wie Rabenmutter und Rabenaas sind in unserem Alltag selbstverständlich.

Dabei sind Raben in Wirklichkeit vorbildliche Eltern und kümmern sich fürsorglich um ihre hilflose Brut. Vermutet wird die Beeinflussung durch die Bibel. Im Buch Hiob heißt es zum Beispiel „Wer bereitet den Raben die Speise, wenn seine Jungen zu Gott rufen und fliegen irre, weil sie nicht zu essen haben?” Historiker vermuten, dass dies auf damalige Beobachtungen von jungen Raben zurückgeht, die aus dem Nest gefallen sind. Schließlich erwecken die Kleinen einen ganz schön hilflosen Eindruck.

Wundern würde mich das nicht. Denn die Menschen schreiben vielen Tieren Eigenschaften zu, die nicht zutreffen: Esel sind dumm, Wölfe böse oder Füchse schlau.

Und der Rabe? Der ist schwarz, macht hässliche Laute und knabbert an Aas. Das reicht vielen Menschen für einen schlechten Ruf. 🙂

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